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Der "Troß der Fogelvreien" - von der Lust, "Zeit zu Reisen"...

Wir haben zwar die Zeitmaschine nicht erfunden, aber seit nunmehr 19 Jahren (2008) reisen wir durch Land und Zeit und verwandeln ansprechende Plätze in längst vergangenen Zeiten. Was dereinst im Mittelalter begann, hat sich längst ausgeweitet und so inszenierten wir anlässlich des Jubiläums 350 Jahre Westfälischer Friede 1998 mit dem Thema Frühbarock, in Schloss Landestrost haben wir eine "feste Burg" in der Zeitepoche der Renaissance mit Herzog Erich II erarbeitet. Auch das höfische Barock ist uns nicht fremd, und mit Ausflügen ins Rokkoko schließen wir den Kreis der möglichen Inszenirungen und bleiben dem Thema dargestellter und belebter Historie treu. Ein fester Tross von Marktakteuren bildet die Grundlage, mit hohem Ausbildungsstand und geschichtlichen Know How stellen wir uns so den Erfordernissen und Herausforderungen der gewünschten Inszenierung. Ein riesiger Pool von Künstlern - Gaukler, Musikanten, Moderatoren, Kinderaktionen ergänzt das Profil und arbeitet in den jeweiligen Zeitepochen professionell zu.

Events und Firmenfeste bilden neben den öffentlichen (Jahr)-Märkten die zweite Säule der Firma - Ritterfeste, Piratenfeste,mittelalterliche Bankette, barocke Bälle, Inszenierung von Fantasiewelten und Sommernächte sind für uns Themen, die wir schon bearbeitet haben.

Fantasievolle Feste im Sinne des Wortes liess uns Konzeptionen zu den Themen Herr der Ringe, Feenmarkt und Sommernachtstraum entwickeln, und die Walpurgisnacht in Bad Bodenteich hat sich zu einem Highlight in der Region entwickelt.

Folgende Städte haben wir schon besucht, oder sind dort immer noch jährlich vertreten: Barockfest in Rellingen, Renaissancefest in Wanfried, Mittelalterfest in Norderstedt, Burgspektakel in Bad Bodenteich, Katharinenmarkt in Hoya, Rotenburg an der Wümme, Kiel mit dem Kieler Umschlag, Schloss Plön, die Lichtenburg in Ostheim, Stadtjubiläum 650 Jahre in Coburg, Schlachte-Zauber in Bremen, Ritterfest in Dornum, Historischer Gallimarkt in Leer, .

Seit 1994 begründeten wir das "Mittelalterlich Spectaculum" mit, und 10 Jahre lang bauten wir die folgenden Feste mit unserem Tross auf und sorgten für die Inhalte - bevor inhaltliche Differenzen die Kooperation mit Mittelalterlich Spectaculum beendeten: Dereinst großartige Feste wie Spectaculum in Bückeburg, Spectaculum in Telgte, Spectaculum im Öjendorfer Park in Hamburg, Mittelalter-Spectaculum in Hohenwestedt, Spectaculum in Lich, Spectaculum in Rastede wurden über die Jahre optimiert und ausgebaut. In 2004 endete die Kooperation und wir gehen wieder eigene Wege.

Unser Interesse gilt stets, das Markttreiben zum Gegenstand der Kulturdarbietung zu erheben - mit einer gewaltigen Standanzahl an wirklich darbietenden Handwerkern und einem fulminanten Kulturspektakel sind wir hier einzigartig. Wodurch besser kann man die Qualität der Produktion darstellen, als über aussagekräftige Bilder der Veranstaltungen, und so ist der Schwerpunkt dieser Homepage auf die Galerien gelegt. Machen Sie sich selber ein Bild, und vergleichen Sie.

 

Wir freuen uns, wenn auch Sie nach Studium der Homepage Interesse an unseren Produktionen finden, und uns zu Ihrem Jubiläum oder Stadtfest, oder auch zu Ihrer Firmenfeier oder Ihrem Event anfragen! Über fünfhundert Akteure stehen bereit, Ihr Jubiläum oder Fest zu einem Highlight werden zu lassen. Viel Spaß bei der Zeitreise wünschen die Fogelvreien.

 

"Uns´re Schar nimmt in sich auf, Schelme und Gerechte, Lahme und Gebrechliche, Alte und Geschwächte..."

Ein Zitat aus dem Mittelalter über die "Umblauffer" oder auch "Farnden" genannte Bevölkerungsgruppe des späten Mittelalters, die von der Geschichtsschreibung oftmals übergangen wurden, da selbst des Schreibens nicht mächtig.

Ein Unterschied zu heute, denn wissen wir uns mit derart "Presseinformatios" darzustellen, und nehmen auch auf in unseren Troß: " ...Handwerker und Krämer, Hökerer, Gaukler und Spielleute..."

Die Idee zu diesem Projekt entstand 1988, nachdem der Herold und Spielmann "Fogelvrei" es leid war, ob wachsender Nachfrage nach "Mittelalterlicher Spielmannskunst" zwischen Pommes- und Bierbuden und auf modernen Bühnen aufzutreten. Eine "in sich geschlossene mittelalterliche Plattform" als Aufführungspodium für "mittelalterliche Künstler" zu entwickeln war das gesetzte Ziel. Als "reisendes Ritterturnier" zwei Jahre lang durch Deutschland zu reisen, und für anderthalb Stunden die Besucher auf die Zeitreise zu bringen konnte noch nicht der Weisheit letzter Schluß sein.

Es ergab sich, daß aus dem fernen Japan ein Engagement ins Haus stand, bei dem ein (in Japan eingerichteter) "deutscher Marktplatz" in einen "mittelalterlichen Markt" verwandelt werden sollte - ein erster Kern von Handwerkern - gerade 15 an der Zahl - wurde gesucht und gefunden, Künstler kamen hinzu und zwei Monate lang konnte im Land der aufgehenden Sonne erprobt werden, was auf deutschem Boden weiter wachsen sollte...

1991 wurde dann das Projekt "Die Fogelvreien" begründet und gefügt, daß versucht, im Zeitalter von "Techno und Pommes" andere Formen von "Gegenkultur" zu entwickeln. Der Kern ist angewachsen auf 35 Stände, reichlich Musikanten und Gaukler stehen bereit, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. 160 Akteure im "Kern" - als "Basis" bezeichnet - zählt der Troß, doch bisweilen (bei den Großprojekten) sind es bis zu 500 Akteure die "..wie ein Zirkus, der aber nicht gemeinsam reist..." mit Saisonbeginn im späten April bis in den kalten Wintermond hinein auf den Marktplätzen der flachen Erdenscheibe zum Wochenende hin Mittelalterliches Flair zu schaffen wissen ...

Die Projektstruktur

Als Basis stehen 35 Stände, die eine solide Saison von 30 Festen während der Saison (April bis Oktober / Dezember) bereist. Hinzu kommen etwa 60 assoziierte "Standbetreiber", die bei größeren Projekten zuarbeiten, oder "Urlaubsvertretungen" übernehmen, als auch in den Themenprojekten (Renaissance, Wikinger ...) ihren Platz finden. Zweimal im Jahr treffen sich nahezu alle Akteure, um im "Plenum" die Zielrichtung der nächsten Jahre zu diskutieren, Absprachen zu treffen, Probleme zu lösen, jedoch auch um praktische Arbeit zu leisten. In Kursen wird Theaterspiel und Sprache geprobt, es werden neue Szenen entwickelt, und Ideen ausgetauscht, die sonst von der Reisezeit im Sommer überholt werden könnten. Im Winter werden Konzerte mit "mittelalterlicher Musik und Gaukelkunst" vor allem in der Martinskirche zu Hoya, aber auch an anderen "Marktorten" des vergangenen Jahres realisiert.

Der überwiegende Teil der "Basisstände" lebt ausschließlich von der Darstellung mittelalterlicher Kultur, dem Handwerk oder dem Handel und hofft stetig, von den Einnahmen im Sommer die Winter zu überleben. Der reichliche Kindersegen der letzten Jahre (6 Geburten) und die anstehenden Mütter in "guter Hoffnung" zeugt (in demographischer Sichtweise) davon, daß dies schon fast gelingt.

Hier wurde "projektintern" in der Saison 1998 eine Kindergruppe eingerichtet, in der die "Marktkinder" in behüteter Obhut stehen, als auch verlorengegangene oder "ausgesetzte" Besucherkinder einen Hort finden, bis die Stadtwachen deren Eltern ausfindig machen konnten.

Die "Meister der Zünfte" sind überwiegend Gesellen oder Meister in ihren Berufen, und können somit ausführliche Informationen zum Gewerk, als auch zur historischen Entwicklung der Arbeitstechniken geben.

Basisdemokratie und Thrustmanagement - Zur Wirtschaftsweise und Finanzierung

Alle Standbetreiber sind "selbständig handelnde Unternehmer", die neben der Sorgfalt um ihren Stand und der Weiterentwicklung des Projektes im Hinblick auf die Gesamtausstrahlung ihre Umsätze zum "Überleben" nutzen. Eingebunden in die Projektstruktur erfolgt die Terminverwaltung und das Marketing für das Projekt über ein zentrales Büro, so daß für die Standbetreiber Raum für Innovationen im Hinblick auf "mittelalterliche Qualitäten" bleibt, statt sich um "Standplätze" kümmern zu müssen.

In der Marktordnung ist das Ziel des Projektes so beschrieben: "...Forschung, Förderung und Erhaltung aussterbender Handwerkskünste..." - da in der heutigen Zeit das "Leben von der Hände Arbeit" schon aus Gründen der möglichen herzustellenden Mengen und Absatzmöglichkeit nicht gegeben ist, wird durch "interne Umschichtung" dafür gesorgt, daß Handwerker Honorare und Spesen erhalten. Diese werden aus den Standgeldeinnahmen derer, die leichter und mehr umsetzen (Versorger und Händler) refinanziert.

Die Gesamtfinanzierung eines Projektes schöpft sich aus verschiedenen Quellen: Handwerkerspesen und ein Teil der Organisationsleistungen werden durch die Standgelder refinanziert, das Kulturprogramm (intern wie extern) wird z.T. durch eine Sockelfinanzierung durch den Veranstalter abgedeckt. Bewerbungskosten sowie Organisationsleistungen werden (hoffentlich) bei eintrittsfinanzierten Events durch die jeweils erhobenen "Pflaster- und Wegezölle" eingenommen. Durch eintrittsfinanzierte Events entstehende Risiken (vornehmlich schlechtes Wetter) können aufgrund der "Stabilität der Basis" auf ein gesamtes Jahr umgelegt werden (Risikostreuung).

"Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile" - Der Handlungsrahmen

Aus der Zielstellung für Besucher ein "Zeitreisekonzept" erlebbar zu machen, galt es, nicht nur "bloße Handwerkskunst" zu zeigen, sondern die Handwerker selbst als "Protagonisten des Gesamtspektakels" ins Gesamtkonzept mit einzubinden. Dies wird erreicht durch die gemeinsame "Marktsprache" (Lutherdeutsch), durch die Kleidung und durch die Ausarbeitung individueller (historischer) Charaktere. So realisieren die Marktleute neben den Aktionen aus und an den Ständen "gemeinsame Spektakuli" (Tanz der Marktleut´, Pestzug, Marktgericht). Aufgrund des Standortes des Organisationsbüros in der Grafschaft Hoya, und dem nunmehr alljährlich eingerichteten "Katharinenmarktes zu Hoya" ergab sich die Idee, eine gemeinsame "theatralische Grundgeschichte" als ideellen Handlungsrahmen des Projektes zu schaffen: Das "Dekretum des Grafen zu Hoya und Bruchhausen, Otto III". Hierin wird verfügt, und alljährlich erneuert, daß dem "Troß der Fogelvreien", der aufgrund eines Unwetters heimatlos wurde, auf sechs Jahre Recht gegeben sei, über Land zu ziehen, und bei den Stadttoren anzufragen, ob es verstattet sei, Markt zu halten...

Graf Otto höchstselbst läßt es sich nicht nehmen, einige der Feste im Jahr aufzusuchen, die Prüfung der Waren vorzunehmen, als auch Gericht zu halten - somit auch gleichsam Werbung für die Grafschaft Hoya zu machen - angewandtes Stadtmarketing wäre in der heutigen Zeit der Begriff hierfür.

"Idee des "kreativen Anachronismus"

Freilich handelt es sich nicht darum, sich ins Mittelalter zurückzusehnen, sondern um das Verständnis dieser Zeit: "Unser Leben (heute) ist Geschäft, das damalige (im Mittelalter) war Dasein..." formulierte der Historiker Jacob Burckhardt. Diese Aussage ist inzwischen Teil der Unternehmensphilosophie des "Fogelvrei Projektes" geworden: Mit "mittelalterlichem Dasein" in der heutigen Welt "Geschäfte zu machen" - und durch "selbstbestimmte Arbeit" - damit zu Überleben ist die Grundidee, die Standbetreiber mit Gauklern, Musiker mit Kleindarstellern und Technikern verbindet...

Der des öfteren gehörte Vorwurf, hierbei "kommerziell zu sein" erübrigt sich hiermit von selbst, denn ob mangelnder Möglichkeiten "museale historische Spektakel" mit der nötigen pekuniären Ausstattung aus öffentlichen Mitteln zu versorgen , bedingt den Ansatz einer "internen Selbstfinanzierung des Projektes". Mögliche Deckungsbeiträge der Veranstalter werden stets gern genommen, schaffen jedoch nicht die Grundabsicherung über den Jahreslauf...

Dem Besucher "eine Zeitreise in die Vergangenheit" zu ermöglichen ist das Grundkonzept, das dem Besucher durch alle Sinne erfahrbar gemacht werden soll - Sehen, Schmecken, Riechen, Hören - als auch direkt selbst mit einbezogen werden in das Spiel der Gaukler, den Tjostkampf im Wachenlager, beim Schmied fachsimpeln oder nur einen "lutherdeutschen Schwatz" an der Taverne halten - all dies soll möglich gemacht werden auf den Projekten "der Fogelvreien", die auch in diesem Jahr wieder einen stattlichen Terminkalender vorweisen.

Mittlerweile den Zeichen der Zeit gefolgt, sind sie nunmehr auch im Internet zu finden... So Euch der Weg nicht bis zu unseren Märkten führt, so könnt Ihr uns auch dort besuchen.

Bis dahin, gehabt Euch wohl und alleweil ein gutes Herz ...

Wir seh´n uns im Mittelalter...

JF

 

 

 

 

Fogelvrei Marktspektakel als Kulturprojekt

 

Begriffsklärung (aus: Wikipedia)
Kultur (v. lat. cultura für „Bearbeitung“, „Veredlung“, „Anbau“, „Bebauung“, „Pflege“):
Das Wort „Kultur“ ist aus lateinisch colere („pflegen“, „urbar machen“, „ausbilden“, vgl. auch „Kolonie“) abgeleitet
Die Gesamtheit der menschlichen Leistungen, welche über die Gewährleistung des Grundbedarfs hinausgehen
[…]
Menschliche Kultur erhält sich dadurch, dass sie weitergegeben wird. Dieses Moment der Tradition steht in engem Zusammenhang mit der geschichtlichen Entwicklung von Kulturen. Geschichte kann einerseits rückblickend anhand verschiedener Kriterien in Epochen unterteilt werden, andererseits ist jeder Kultur ein historisch gewachsener Zeitgeist innewohnend.

"Die Vagabunden sind das Salz der Erde,
oder wenigstens der fliegende Same,
der die sonst fest am Boden klebende, und am Boden verrottende Cultur
über die ganze Erde verbreitet."
 Friedrich Spielhagen, Problematische Naturen, Erste Abtheilung, Kap. 29. Sämtliche Werke. Band 1, Leipzig: Staackmann, 1874. S. 286

 

 

Es soll im Folgenden dargelegt werden, weshalb das Fogelvreie Marktspektakel als ein Kulturprojekt zu verstehen ist.

Dem Einwand, es handle sich um ein kommerzielles Projekt, muss zu einem gewissen Teil sicher stattgegeben werden. Jedoch möchten wir hier aufzeigen, das der kommerzielle Aspekt sich sozusagen aus der Notwendigkeit ergibt, ein kulturelles Projekt zu finanzieren und möglich zu machen.
Ja, es kann sogar als eine besonders gelungene Symbiose von marktwirtschaftlichen Aspekten mit und für Kunst, Geschichte und Kultur gelten, in der das Ökonomische dem Kulturellen dient, ohne es zu korrumpieren.

Das selbstgewählte Ziel, ein Gesamtkunstwerk zu erschaffen, Geschichte fühl- und erlebbar zu machen, Kunstgenuss, Unterhaltung und Historie zu verbinden stehen im absoluten Vordergrund. Um dieses Ziel zu erreichen wurde eine alternative Unternehmensstruktur entwickelt, die das Überleben des Projekts und der Akteure möglich machen soll: Eine strenge ‚Marktordnung’, gegenseitige Qualitätskontrolle und viel Einsatz engagierter Akteure sorgen dafür, dass der künstlerisch – kulturelle Charakter des Projekts erhalten bleibt.
Um dieses zu gewährleisten ist die Produktion allerdings auch auf Unterstützung von Außen angewiesen: Wie bei allen Kulturprojekten ist die Durchführung ohne eine Bezuschussung einer Stadt, einer Region oder von Sponsoren oft unmöglich. Gerade beim immer intensiver werdenden Austausch mit anderen europäischen Ländern wird offensichtlich, dass diese kulturelle Zusammenarbeit ohne äußere Mittel nicht aufrechtzuhalten ist.

Im Folgenden wird anhand der verschiedenen ‚Bauteile’ des Marktspektakels die künstlerische Priorität aufgezeigt:

Selbstdefinition:
Das Fogelvreie Marktspektakel unterscheidet sich schon in der Bezeichnung „Spektakel“ von einem einfachen „Markt“. Geboten wird mannigfaltige Kultur – bildende und darstellende Kunst – in der lebendigen Kulisse der inszenierten Marktstände. Die Besucher zahlen – anders als bei üblicherweise bekannten Märkten – oftmals Eintritt, um dem Spektakel beizuwohnen.

Die Marktstände:
Jeder Marktstand wird nach strengsten Kriterien der Authentizität und Ästhetik ausgewählt und innerhalb des Projekts weiterentwickelt, von der Bauweise bis zur Dekoration, damit er den hohen Ansprüchen an eine stimmige Kulisse genügt. Die Stände selbst sind als Bühnenbild einer großen Bühne zu verstehen.
Der stimmige Aufbau gilt bei Fogelvrei als eine Kunst für sich: Es gilt, die Marktstände je nach Platz so anzuordnen, dass sie sich ästhetisch wie inhaltlich in die Gegebenheiten des jeweiligen Platzes einfügen. Hierbei spielen das Erleben der Besucher beim Begehen des Marktes sowie das Zusammenspiel der Standbetreiber eine große Rolle, so dass am Ende eine möglichst dichte Atmosphäre und gleichzeitig Nischen für Nebenschauplätze entstehen können, die sich gegenseitig bereichern und nicht behindern.

Die Marktakteure:
Die Händler und Versorger bieten historische Produkte an.
Doch nicht umsonst werden die Marktleute bei Fogelvrei „Akteure“ genannt. In zahlreichen Lehrgängen wurden die Fogelvreien Marktbeschicker über die Jahre ausgebildet: Die Produktion und die Akteure selbst investieren Zeit und Geld in Kursen wie Theaterimprovisation, Rollenarbeit, Körper- und Stimmübungen, Gesang, Tanz und mittelalterliche Rede (sogenanntes ‚Lutherdeutsch’). In diesen von Regisseuren und anderen professionellen Künstlern begleiteten Kursen entstehen Personnagen und Szenen, die einerseits in der alljährlichen „Gala“ präsentiert werden, aber auch in den Marktalltag eingebunden werden, so zum Beispiel bei der Markteröffnung, dem Markttanz, dem Pestumzug, dem Tavernenspiel und anderen Aktionen wie dem Marktgericht. Diese vielen von den Standbetreibern getragenen Szenarien bestimmen das Markterleben als Gesamtkunstwerk und werden durch die Unterstützung der Produktion ermöglicht und gefördert.

Die Handwerker:
Schmiede, Bildhauer, Drechsler, Töpfer, Lederer… Allesamt sind sie Meister ihres Fachs. Sie üben Handwerke aus, die sich zum Teil seit der Antike kaum verändert haben, deren Komplexität und Kunstfertigkeit keine Maschine jemals vollständig ersetzen konnte. Darüber hinaus präsentieren und repräsentieren diese Akteure ihre Zunft für die Besucher, die durch ihre Darstellung Einblick in die jahrhundertealte Tradition ihres Gewerks erhalten.

Die Künstler:
Musiker, Artisten und Schauspieler bespielen Bühne und Markt. Die Auswahl der Künstler erfolgt sehr bewusst, darauf achtend, dass die dargebotene Kunst sich in das Marktgeschehen einfügt. Die hohe Qualität der Darbietung ist selbstverständlich, doch wird außerdem noch der gekonnte Umgang mit dem Publikum erwartet und die Fähigkeit, sich auch auf der ‚großen Bühne’ des Marktes zu behaupten. So soll der Künstler als stimmiger Bestandteil des Marktes wahrgenommen werden.

Die Kleindarsteller:
Mit oder ohne Stand bewegen sich diese Schauspieler und Animateure zwischen den Besuchern, den Marktleuten und den Künstlern, präsentieren ihr eigenes künstlerisches Programm – Puppenspiel, Barbiertheater, Gesang – gepaart mit Rollenspiel, das auf dem gesamten Markt stattfindet. Ihre Aufgabe ist es außerdem, die Marktkultur mit Personnagen und Szenarien zu bereichern, die den Besuchern die lebendige Illusion vermitteln, sich in einer anderen Zeit, in einer anderen Realität zu bewegen.

Die Heerlager:
Das ‚lebendige Museum’ des Marktspektakels: Freiwillige Teilnehmer stellen in detailgetreuer Authentizität die Kultur vergangener Epochen dar. Neben der historischen Ausstattung, den Zelten, Möbeln, Kleidung und Handwerkzeugen verkörpern sie den mittelalterlichen Menschen in seinem Alltag, von der Kampfkunst übers Weben und Nähen bis hin zur Koch- und Esskultur. Mit ihrem umfangreichen historischen Wissen können sie den Besuchern einen sehr genauen Eindruck des Lebens der Epoche vermitteln, die sie darstellen.