Das Wasserschloss in Dornum, die sogenannte Norderburg, wurde ebenso wie die Beningaburg wahrscheinlich im 14. Jahrhundert erbaut. Bauherr war vermutlich Olde Hero von Dornum, dessen Sohn und Erbe Lütet mit Ocka tom Brok verheiratet war.
Um 1420 gelangte die Norderburg durch Heirat von Lütets Tochter Etta mit Mauritz Kankena in den Besitz der Kankenas. Die Norderburg wurde 1514 – wie auch die übrigen Dornumer Burgen – im Zuge der Sächsischen Fehde zerstört, 1534 wieder aufgebaut.
So sollt Ihr beim Turnier der Kronenritter mehr von der Geschichte Dornums erfahren, denn wurde das Turnier anlässlich der Hochzeit Ettas gehalten. Möge der Beste siegen!
1556 ging die Norderburg in den Besitz der Familie von Closter über und verblieb bis ins 18. Jahrhundert in deren Eigentum. Der letzte Erbherr, Haro von Closter, baute die Burg zwischen 1698 und 1707 zu einem prächtigen Barockschloss mit Park aus. Er war es auch, der den Spruch „Neid ist mir lieber als Mitleid“ über dem Torbogen im inneren Schlosshof anbringen ließ.
Später wechselte die Norderburg mehrfach den Besitzer. 1942 ging das Schloss schließlich in staatliches Eigentum über.
1951 wurde die Norderburg in eine Realschule umgewandelt. Nach einer hervorragend gelungenen Restaurierung durch das Land Niedersachsen erstrahlt die Burg wieder in alter Pracht. Bedeutsam ist der Rittersaal, ein zweistöckiger Raum mit einer umlaufenden Galerie und einem barocken Deckengemälde, das Demeter, die Göttin der Fruchtbarkeit und der Erde, darstellt.