Graf Otto lädt zum 18. Katharinenmarkt

Plakat

Der hochwohlgeborene Graf Otto III zu Hoya und Bruchhausen hat verfügt, dass ein Markt gehalten werden soll, zu Ehren des Besuches seiner Tochter Katharina, welche – obgleich noch jung an Jahren – zur Äbtissin des Klosters Wienhausen erwählt wurde.

Deroweil eilet herbei am 19. Tage des Septembris, zum Zwergenbrunnen nach Hoya.
Zur ersten Stund nach Mittag (13:00 Uhr) wird das Spektakel mit einem Fanfarenstoß beginnen:
Handwerksmeister- und Meisterinnen aus der Hoyaer Cumpaney und dem Troß der Fogelvreien zeigen ihre Fertigkeiten und bieten ihre Werkstücke feil,
Krämer und Händler preisen ihre Waren an, von denen einige über unvorstellbar weite und abenteuerliche Wege hergelangten, lasst euch berichten!
An den Garbrätereien, Bäckereien und Tavernen wird für das leibliche Wohl aufs Trefflichste gesorgt werden und auch die Kindlein werden Kurzweil finden bei Spielen und den Geschichten der Puppenspielerin.
Musici vom Feinsten, wird ertönen, wenn die Gruppen Scherbelhaufen und Comes Vagantes mit Sackpfeifen, Flöten, Trommeln und Schalmeien aufspielen.
Und freut euch auf die Possen und Allevanzen des Gauklerduos Basseltan, welche die Schwerkraft mit unglaublichen Kunststücken verhöhnen.
Doch gebt acht, wenn sich die Nacht über den Plane senkt!
Es möcht´ sein, dass das Feiern ein jähes Ende nimmt, wenn ein Zug aus Pestkranken, Nonnen und Büßern sich nähert und Gejammer, ergreifende Schreie und fromme Gesänge über den Plan schallen. Momente der Beklommenheit könnten zum Nachdenken über die Vergänglichkeit des Seins führen.
Wenn der Zug jedoch schließlich in der Dunkelheit entschwindet, kommt man leicht zu dem Schluss, dass das Leben zu genießen und zu feiern sei, solang es uns vergönnt ist……oder zumindest bis etwa zur 10. Stunde (22:00 Uhr), wenn der Nachtwächter zum (vor)letzten Krug ruft.

Am Tage des Herrn, dem 20. des Septembris wird zur 10. Stund´ eine Messe mit der Grafenfamilie in der Martinskirche abgehalten werden, hernach das fröhliche Treiben ein weiteres Mal beginnt.
Heute wird der unerbittliche Marktvogt Hans von Soltau, auch genennet „Der Schlächter von Hoya“, streng richten über Beutelschneider, Spitzbuben und zwielichtiges Pack!
Die Meister und Meisterinnen der Zünfte werden, wie am Vortag, zum Tanz bitten.
Des Abends, nach dem Tavernenspektakel wird der Markt heuer zur 7. Stund mit dem Signal des Herolds beendet.